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SIP-Proxy versus Assistent für 'VoIP PBX im LAN' (GUI Konfiguration)
Diese FAQ beschreibt zwei unterschiedliche Lösungsansätze bei der Inbetriebnahme einer VoIP-Telefonanlage hinter einem bintec Router.


Beispielszenario:


Voraussetzungen:
  • Im Beispiel wird ein bintec RS353j mit Software Version 9.1.12 verwendet, die Konfiguration erfolgt mittels GUI.
  • Andere bintec Router mit vergleichbaren Softwareversionen sind identisch bzw. analog zu konfigurieren.
  • Die Internetverbindung am bintec RS353j muss bereits eingerichtet sein.
  • Das lokale Netzwerk des Routers wurde hier auf 192.168.0.0 mit Netzmaske 255.255.255.0 konfiguriert. Der Router hat die IP-Adresse 192.168.0.254. In der VoIP-PBX muss der Router als Default-Gateway verwendet werden.

Lösungsansatz #1: 'VoIP PBX im LAN' Assistent
Sie deaktivieren am bintec Router die "SIP-Proxy" Funktionalität im GUI-Menü "VoIP" -> "SIP", falls diese bereits aktiviert wurde. Die im LAN befindliche VoIP-PBX muss zwingend die Funktion STUN (Session Traversal Utilities for NAT) verwenden. Meistens ist die Funktion STUN für jeden SIP-Account in der VoIP-PBX einzeln de-/aktivierbar. In einer hybird z.B. ist STUN aktiviert, wenn die Felder im Menü "STUN" (STUN-Server, Port-STUN-Server) im SIP-Provider Eintrag korrekt konfiguriert sind. Zudem muss man im bintec Router noch den GUI-Assistenten "VoIP PBX im LAN" ausführen, der daraufhin entsprechende NAT-Einträge (full cone) für die einzugebende, interne "IP-Adresse der VoIP PBX im LAN" anlegt und zusätzlich QoS (Quality of Service) auf dem auszuwählenden WAN-Interface einrichtet.

Beispielhafter Eintrag für einen RS353j mit einem WAN-PPPoE-Interface namens "VDSL":



 

Lösungsansatz #2: SIP-Proxy
Sie aktivieren im bintec Router die "SIP-Proxy" Funktionalität im GUI-Menü "VoIP" -> "SIP". Falls der GUI-Assistent 'VoIP PBX im LAN' vorher ausgeführt wurde (und somit dort ein Eintrag bestünde), ist der Eintrag dort zu löschen. In der im LAN befindlichen VoIP-PBX muss die Funktion STUN zwingend deaktiviert sein. In einer hybird wird STUN deaktiviert, indem das Feld "STUN-Server" im SIP-Provider Eintrag leer gelassen wird.

Achtung: Dieser Lösungsansatz ist seit ca. Anfang April 2015 nicht mehr verwendbar für die All-IP-SIP-Accounts der Deutschen Telekom.

 

Fazit
Mit der Funktion STUN ermittelt die VoIP-PBX die öffentliche IP-Adresse zuzüglich Quellport des NAT-Routers (in diesem Fall RS353j) und setzt diese Werte als "Connection Information" bzw. "Media Port" in das SIP-INVITE-Paket ein. Im Gegensatz dazu setzt der Router mittels seiner SIP-Proxy Funktion selber seine öffentliche IP-Adresse zuzüglich Quellport in das SIP-INVITE-Paket ein. Bedingt also durch die ähnlichen Funktionalitäten ist entweder SIP Proxy oder STUN zu verwenden. Gemeinsam verwendet würden SIP Proxy und STUN zu Fehlfunktionen führen. Ebenso führen manuell angelegte NAT Einträge bzgl. SIP und RTP zu Fehlfunktionen.


fs

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